Warum können interessierte Leser mein Buch trotz ISBN nicht in allen Buchhandlungen kaufen?

Tatsächlich kann der Buchhandel grundsätzlich jedes Buch liefern, das im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) steht. Über dieses Verzeichnis kann jeder Buchhändler in Minutenschnelle feststellen, wo das Buch erschienen und wie es zu bestellen ist.

Besonders unkompliziert sind Bestellungen von Büchern, die bei einem Book-on-Demand-Dienstleister erschienen sind, der mit einem der großen Barsortimenter zusammenarbeitet.

Bei den Barsortimentern handelt es sich um Buchgroßhändler, die als Zwischenhändler zwischen den Verlagen und Druckdienstleistern auf der einen Seite und den Buchhandlungen auf der anderen Seite stehen. Statt bei vielen Verlagen einkaufen zu müssen, kaufen die Buchhandlungen nach Möglichkeit bei "ihrem" Barsortimenter ein. Und statt an Tausende Buchhandlungen ausliefern zu müssen, brauchen die Verlage im wesentlichen nur noch an wenige Barsortimenter liefern.

Bücher, die nicht im Barsortiment stehen, haben es deshalb in den Buchhandlungen sehr schwer.

Um es nicht zu einfach zu machen, arbeiten die Buchhandlungen mit unterschiedlichen Barsortimentern zusammen. Zu ihnen gehören vor allem:

So wie die meisten Buchhandlungen nur mit einem Barsortimenter zusammenarbeiten, arbeiten auch die Book-on-Demand-Dienstleister vielfach nur mit einem Barsortimenter zusammen. Partner von Books on Demand Norderstedt ist z.B. deren Muttergesellschaft Libri, sind aber auch Umbreit und KNV. Mit KNV arbeitet Shaker Media zusammen. Mit Libri, KNV und Umbreit kooperiert der Engelsdorfer Verlag.

Bücher, die nicht über das Barsortiment beschafft werden können, bedeuten für die Buchhändler zusätzliche Kosten und Arbeit. Ob bei einem Lieferanten ein Buch oder Hundert Bücher bestellten werden, bleibt sich vom Aufwand her gleich. Aber einmal verteilen sich die Kosten auf ein Buch und das andere Mal auf 100 Bücher.

Problematisch sind zudem oft Remissionen. Die meisten Book-on-Demand-Dienstleister nehmen keine Bücher zurück. Holt der Kunde ein bestelltes Buch nicht ab, muss der Buchhändler versuchen, das Buch anderweitig zu verkaufen.

Obwohl auch book on demand veröffentlichte Bücher von jedem Buchhändler besorgt werden können, werden Autoren und Kunden deshalb weiterhin mit der Auskunft vieler Buchhändlern leben müssen, diese Bücher nicht besorgen zu können.