Worauf sollte ich achten, wenn ich mich einem Literaturagenten anvertraue?

Ihren Ursprung nahmen sie in den USA, wo heute kaum noch ein Manuskript eines Nachwuchsautors ohne Mitwirkung eines Literaturagenten seinen Weg in die Verlagsprogramme findet. So weit ist es in den deutschsprachigen Ländern noch lange nicht, aber auch hier setzen vor allem die großen Verlage immer mehr auf diese Mittler zwischen Verlagslektoren und Autoren.

Für Autoren haben Literaturagenten drei große Vorteile:

Wer meint, auf diese Weise ein Manuskript unterzubringen, das sonst keine Chance hätte, unterliegt deshalb einem gewaltigen Irrtum. Literaturagenten sortieren genauso streng aus wie Verlagslektoren. Man spart sich aber die Mühe, sein Manuskript als No-name an Dutzende Verlage schicken zu müssen, indem man das Wissen und die Beziehungen der Literaturagenten nutzt.

Der Verband Deutscher Schriftsteller (VS) empfiehlt, nur Literaturagenten zu beauftragen, die auf Provisionsbasis arbeiten. Erst wenn ein Vertrag mit einem Verlag unterschrieben wurde, wird dann eine prozentuale Beteiligung des Literaturagenten fällig. Üblich sind 10 bis 20 Prozent vom Honorar. Damit sind Agent und Autor gleichermaßen an einer Vermittlung interessiert.

Natürlich gibt es auch unter den Literaturagenten schwarze Schafe. Sie versuchen kostenpflichtige Lektorate zu vermitteln, berechnen Redaktionskosten oder wollen Schreibkurse verkaufen. Alle diese Leistungen gehören nicht zu den klassischen Aufgaben eines Literaturagenten. So ist für das Lektorat alleine der veröffentlichungswillige Verlag zuständig. Nur dieser trägt auch die Kosten.

Üblich ist dagegen, dass Verlage mit den Agenten abrechnen und diese das um die Provision verminderte Honorar an den Autor weiterleiten.

Empfohlen wird, mit dem Literaturagenten schriftlich zu vereinbaren, dass Veröffentlichungsangebote von Druckkostenzuschussverlagen und ähnlichen Dienstleistern nicht als erfolgreiche Vermittlung gelten. Sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie sowohl an den Verlag als auch an den Agenten zahlen müssen.

Übrigens: Finden Sie überraschend selbst einen Verlag, wird die Provision trotzdem fällig.

Eine gute Übersicht von Literaturagenten bietet der Uschtrin-Verlag. Dort erfahren Sie auch, auf welche Genre sich die einzelnen Agenten spezialisiert hat, denn Allrounder gibt es nicht. Auch Literaturagenten können unmöglich den gesamten Markt überblicken.