Wie mache ich mein Buch bekannt, damit es auch gekauft wird?

Die ersten Exemplare lassen sich meistens leicht unter das Volk bringen. Besonders wenn Sie einen Roman, Kurzgeschichten oder Gedichte veröffentlicht haben, sind Freunde und Verwandte meistens willige Abnehmer – jedenfalls solange sie die Bücher geschenkt bekommen.

Doch Sie wollen Ihr Buch nicht nur im Freundes- und Verwandtenkreis verbreiten oder Sie haben ein Fachbuch geschrieben. Da Sie keinen Verlag im Rücken haben, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als selbst die Werbetrommel zu rühren. Die folgenden Punkte können nur einige Anregungen geben.

Welches ist meine Zielgruppe?

Am Anfang aller Überlegungen steht die Frage nach der Zielgruppe, obwohl Sie sich als Autor oder Autorin darüber vermutlich schon viel früher Gedanken gemacht haben. Eine beliebte Antwort lautet ¿alle¿ oder – abhängig vom Genre – ¿alle Kinder¿, ¿alle Jugendlichen¿, ¿alle Erwachsenen¿. Das wäre natürlich schön, aber nicht alle Erwachsenen lieben Thriller und nicht alle Jugendlichen Fantasy.

Die Zielgruppe muss deshalb wesentlich genauer beschrieben werden: Alle Liebhaber von Erotikthrillern, alle Freunde von Herz-Schmerz-Romanen, alle Fußballbegeisterten. Oft verbindet sich diese Bestimmung mit weiteren Beschreibungen. Herz-Schmerz-Romane werden eher von Frauen gelesen, Fußballbücher von Männern.

Leichter fällt in der Regel die Antwort bei Fachbüchern. Aber auch sie richten sich niemals an alle, sondern eher an Anfänger oder Fortgeschrittene, grundsätzlich Interessierte oder Detailverliebte, Freunde eines mehr sachlichen oder eines emotionalen Schreibstils.

Wo finde ich meine Zielgruppe?

Oft sehr viel schwerer beantworten lässt sich die Frage, wo die Zielgruppe am ehesten zu erreichen ist. Fußballfans findet man im Fußballstadion, aber Liebhaber von Erotikthrillern oder Herz-Schmerz-Romanen …? Leserinnen von Herz-Schmerz-Romanen darf man unter anderem beim Friseur, beim Arzt und im Café erwarten, Leser und Leserinnen von Erotikthrillern auch in Kneipen. Fast alle Zielgruppen sind in Buchhandlungen zu finden.

Eine besondere Zielgruppe stellen Kinder dar. Egal ob sie bereits lesen können oder ihnen die Bücher noch vorgelesen werden – die Bücher müssen nicht nur ihnen gefallen, sondern häufig noch mehr den Eltern und Großeltern. Nicht die Kinder, sondern Eltern und Großeltern wählen in der Regel die zu kaufenden Bücher aus.

Wie erreiche ich meine Zielgruppe?

Ist die Zielgruppe bestimmt, beginnt die Suche nach geeigneten und bezahlbaren Werbemitteln.

Verteilen von Flyern, Lesezeichen und Postkarten.

Die beliebtesten Werbemittel stellen Flyer, Lesezeichen, Postkarten und Visitenkarten dar. Auch in größeren Stückzahlen gedruckt halten sich die Investitionen in Grenzen. Wahllos verteilt werden sollten sie allerdings nicht, weil die Streuverluste dann viel zu hoch steigen. Ein oder zwei verkaufte Bücher je 1000 wahllos verteilter Flyer bedeuten bereits ein gutes Ergebnis.

Bei knapp 60 Euro für 5000 Flyer bedeutet das einen durchschnittlichen Werbeaufwand pro hoffentlich zusätzlich verkauftem Buch von mindestens 6 Euro.

Vor oder in Fußballstadien zu verteilen, bringt auf alle Fälle mehr, ist aber keinesfalls immer gestattet. Bei Friseuren lässt sich gut für Herz-Schmerz-Romane werben, ebenso bei Ärzten und in Cafés. Kinos legen zur Abendvorstellung vielleicht Werbung für Erotikthriller aus. Möglichkeiten zum Auslegen bieten sich ebenfalls in Kneipen, Geschäften, kirchlichen Einrichtungen, Bibliotheken und Buchhandlungen.

Einfach ein paar Flyer, Lesezeichen oder Postkarten zu ¿vergessen¿, lohnt sich übrigens nicht. Diese wandern meistens nur in den nächsten Papierkorb. Besser ist es, vorher um Erlaubnis zu fragen. Vielleicht dürfen dann sogar ein paar Bücher zum Verkauf dagelassen werden.

Rezensionen in den Printmedien.

Sehr förderlich für den Verkauf sind meistens Buchvorstellungen in den Medien. Vor allem regionale Tageszeitungen, aber auch Anzeigenblätter erweisen sich oftmals als sehr aufgeschlossen, wenn es einen regionalen Bezug gibt: ¿Ein Autor aus unserem Landkreis¿ oder ¿Unser Landkreis im Mittelpunkt eines Romans¿.

Auf keinen Fall sollten den Redaktionen unaufgefordert Bücher zugeschickt werden. Es reicht völlig aus, ihnen eine Presseinformation zuzusenden, die die sechs W-Fragen beantwortet: Wer macht wo, wann, was, wie und warum. Gibt es einen regionalen Bezug, sollte er herausgestellt werden. Nicht vergessen werden dürfen Angaben zur schnellen Kontaktaufnahme.

Einige Tips zum Schreiben von Pressemitteilungen finden sich in der FAQ unter Wie sollte eine Pressemitteilung beschaffen sein, die Aussicht auf Veröffentlichung hat?.

Besser als per Email werden diese Informationen per Brief versandt. Redaktionen werden in der Regel mit Emails überflutet. Dass eine Email ungelesen bleibt ist deshalb wahrscheinlicher, als dass ein Brief nicht zur Kenntnis genommen wird. Sehr zu empfehlen ist eine persönliche Adressierung. Häufig lassen sich Namen aus dem Impressum, aus der gedruckten Zeitung oder von den Websites der Medien entnehmen.

Dass keine Redaktion bevorzugt werden darf, sollte selbstverständlich sein. Eine heute dem Hintertupfinger Tageblatt übermittelte und morgen von ihm veröffentlichte Pressemitteilung hat, einen Tag später der Konkurrenz Hintertupfinger Nachrichten übermittelt, dort keine Chancen mehr.

Nicht verkehrt ist es, einige Tage nach dem Absenden telefonisch nachzuhaken.

Schalten von Anzeigen.

Sehr gut überlegt und kalkuliert werden sollten Anzeigen. Großflächige Anzeigen fallen zwar auf, sind jedoch teuer. Nur ein einziges Mal geschaltet bleibt ihre Wirkung meistens gering. Sehr viel preiswerter sind dagegen Kleinanzeigen. Ihr Manko: Sie fallen nur wenig auf.

Bieten Sie Handwerkerleistungen, Babysitten, Ihr altes Auto oder eine Briefmarkensammlung an, können Sie hoffen, dass es Menschen gibt, die genau dieses Angebot suchen. Doch wer sucht schon nach einem Buch, von dem er noch nie gehört hat und das Sie gerade deshalb erst einmal bekannt machen möchten? Nennenswerte Verkäufe sind deshalb unwahrscheinlich.

Erstellen einer Homepage.

Sehr zu empfehlen ist eine eigene Homepage, auf der Sie sich und Ihr Buch vorstellen.

Einrichten eines Blogs.

Ein weitere Möglichkeit im Internet präsent zu sein, stellt die Einrichtung eines Blogs dar. Der Arbeitsaufwand sollte allerdings nicht unterschätzt werden.

Mehr zum Thema Blog finden Sie in dieser FAQ unter Ist ein Blog wirklich sinnvoller als eine Homepage?

Twitter, Youtube und Facebook.

Weitere Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen, bieten Dienste wie Twitter, Youtube und Facebook. Während Twitter und Facebook ein regelmäßiges Engagement erfordern, für sie also ähnliches wie für Blogs gilt, hält sich der zeitliche Aufwand für Youtube in sehr viel engeren Grenzen.

Für Buchtrailer sind weder eine Videokamera noch eine Webcam erforderlich. Ein digitaler Fotoapparat oder Scanner reichen völlig aus.

Mit dem neuen Clip-Generator hat Youtube das Erstellen von Videos aus Einzelbildern wesentlich erleichtert. Der gravierende Nachteil sind allerdings die sehr eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten. Die mit dem Clip-Generator produzierten Videos weisen deshalb untereinander eine große Ähnlichkeit auf. Auch die Musik passt häufig nicht.

Programme, mit denen Sie Bilder zu Videos nach Ihren ganz eigenen Vorstellungen zusammenstellen können, sind unter anderem:

Während Windows Movie Maker auf aktuelleren Windows-Computern meistens bereits installiert sind, müssen die übrigen vier Programme erst noch installiert werden. Ihr Download und ihre Verwendung sind kostenlos.

Eine Liste von Websites, auf denen kostenlos zu verwendende Musik angeboten wird, finden Sie in der FAQ unter Wo bekomme ich Musik her, die ich kostenlos für meine Buchtrailer verwenden darf?.

Mehr zum Thema Twitter finden Sie in dieser FAQ unter Mit Twitter neue Leser für sein Buch gewinnen – Geht das wirklich?.

Veranstaltung von Lesungen.

Die meisten Bücher allerdings lassen sich in der Regel über Lesungen verkaufen. Selbst eine Lesung auf die Beine zu stellen, erfordert allerdings viel Erfahrung. Vielerorts gibt es jedoch Buchhandlungen, Kneipen, Cafés und Bibliotheken, die sich bereits einen Namen mit Veranstaltungen gemacht haben und die angesprochen werden können.

Wie gestalte ich Werbemittel, die bei den potentiellen Lesern ankommen?

Auch wenn das sogenannte AIDA-Modell unter Werbefachleuten als überholt und zu sehr vereinfachend gilt, für book on demand veröffentlichende Autorinnen und Autoren bietet es eine gute, weil handhabbare Planungsgrundlage.

Die Abkürzung AIDA setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben von

Als erstes gilt es, die Aufmerksamkeit des potentiellen Kundens zu erwecken. Meistens steht dafür nur der Bruchteil einer Sekunde zur Verfügung. Bleibt der Blick des Kundens nicht auf dem Buch, Flyer, Lesezeichen, der Postkarte oder dem Plakat hängen, sind die Chancen bereits vertan. Einen zweiten Blickkontakt gibt es selten.

Wurde der Kunde aufmerksam, gilt es ihn für das Produkt zu interessieren. Bucheinband, Flyer, Lesezeichen oder Postkarte müssen sein Interesse wecken, ihn zum Lesen und Blättern ermuntern.

Alleine das Interesse reicht jedoch noch nicht, es muss auch der Wunsch geweckt werden, das Buch zu besitzen, um es vollständig lesen zu können. Die Werbung muss den Wunsch nach mehr auslösen.

Schließlich soll der Kunde das Buch auch tatsächlich kaufen. Entweder es liegt direkt zum Verkauf bereit oder er erhält zumindest alle notwendigen Informationen, um es unkompliziert bestellen zu können.

Preise realistisch kalkulieren.

Egal, für welche Werbemaßnahmen Sie sich entscheiden, kostenlos sind keine. Obwohl der Digitaldruck und damit book on demand veröffentlichte Bücher vergleichsweise teuer sind, sollten Sie den Buchpreis nicht zu knapp kalkulieren. Andernfalls zahlen Sie mit jeder Werbemaßnahme zu.