Mein Buch wird viel zu teuer, was kann ich dagegen unternehmen?

Das Problem kennen viele book on demand veröffentlichende Autoren: Die von den Online-Preiskalkulatoren verschiedener Book-on-Demand-Dienstleister berechneten Buchpreise liegen so hoch, dass an einen ernsthaften Buchverkauf kaum noch zu denken ist. Betroffen sind davon vor allem Belletristikautoren, weniger die Verfasser von Sachbüchern.

Preise von 15 Euro oder mehr drohen Bücher unbekannter Autoren zu Ladenhütern zu machen. Bei den meisten Dienstleistern wird diese Schallmauer für Taschenbücher bereits bei etwa 240 bis 260 Seiten erreicht. 500 Seiten treiben den Preis bereits auf 28 bis 32 Euro, 700 Seiten sogar auf 37 bis 44 Euro.

Der Grund liegt im Digitaldruck, der bezogen auf das einzelne Buch sehr viel teuer als der klassische Offsetdruck ist. Leider geht der Offsetdruck jedoch mit sehr hohen Fixkosten einher, die unabhängig von der Auflagenhöhe anfallen. So bleibt für in niedrige Auflagen oder gar in Einzelexemplaren gedruckte Bücher nur der teure Digitaldruck übrig übrig.

Weniger Honorar und weniger Seiten.

Senken lässt sich der Buchpreis vor allem auf zwei Wegen:

In den obigen Preisen wurde noch ein etwa zehnprozentiges Autorenhonorar berücksichtigt. Völlig verzichtet werden sollte auf dieses jedoch nicht, denn vom Autorenhonorar gehen zum Beispiel noch die Ausgaben für Werbung ab. Flyer und Lesezeichen kosten ebenso Geld wie der Versand von Pressemitteilungen. Bei sehr umfangreichen, teuren Büchern reicht aber eventuell auch ein etwas niedriger Prozentsatz.

Die Seitenzahl lässt sich auf verschiedene Weise verringern.

Am einfachsten wäre es, das Manuskript zu kürzen. Doch welcher Autor mag sich schon gerne von Teilen seiner Geschichten trennen? Selbst wenn es einem Text gut bekommen würde, in der Realität bleibt es eine nur theoretische Möglichkeit.

Experimentiert werden kann mit dem Buchformat. Ein größeres Format muss keinesfalls teurer sein, umgekehrt kann sich ein geringfügig kleineres Format als preiswerter erweisen.

Durch Veränderungen am Satzspiegel lassen sich eventuell ein oder zwei Zeilen mehr pro Seite unterbringen. Dazu dürfen natürlich nur die oberen und unteren Seitenränder verkürzt werden.

Die Zeilenlänge sollte dagegen im Interesse einer weiterhin guten Lesbarkeit nicht überstrapaziert werden. Mehr als 65 Anschläge pro Zeile sollten in der Belletristik vermieden werden, nur im Notfall sind auch noch 70 Anschläge akzeptabel. In Fachbüchern dürfen es bis zu 75 Zeichen sein.

Auch durch eine Verkleinerung der Schrift lassen sich oft noch ein oder zwei Zeilen mehr je Seite unterbringen.

Je länger die Zeilen werden, desto wichtiger wird die Wahl gut lesbarer Schriften. Manche Schriften sind auch noch in 9 Punkt Schriftgröße gut zu lesen. Weniger empfiehlt sich jedoch nicht. Um die Zeilen nicht zu lang werden zu lassen, müssen gegebenenfalls die Seitenränder verbreitert werden. Einige empfehlenswerte Schriften finden Sie in dieser FAQ unter Welche Schriften sind besonders zu empfehlen?

Ganze Seiten lassen sich manchmal einsparen, indem neue Kapitel nicht wie üblich immer auf einer rechten Seite anfangen, sondern notfalls auch auf einer linken. Vor allem in der Belletristik spielt die Untergliederung in Kapitel häufig nicht die gleiche Rolle wie in der Sachliteratur. In Büchern mit sehr vielen, kurzen Kapiteln kann deshalb auch erwogen werden, neue Kapitel nicht grundsätzlich auf einer neuen Seite anzufangen, sondern nur durch einige Leerzeilen abzusetzen. Allerdings werden dem Leser dadurch die gerade in sehr umfangreichen Büchern wichtigen Ruhepunkte genommen.

Drastische Seitenreduzierungen alleine durch Kürzungen im Manuskript.

Einen 500-Seiten-Roman auf preislich attraktive 200 Seiten schrumpfen zu lassen, vermögen alle diese Möglichkeiten nicht – mit Ausnahme rigoroser Kürzungen im Manuskript. Alle anderen Maßnahmen verringern den Seitenumfang selten um mehr als 10 bis 15 Prozent. Meistens fällt das Ergebnis sogar noch bescheidener aus.